Oktoberfest im Seniorenzentrum

Riesenstimmung mit Patrick Lindner

 

Im Heim meiner Mutter habe ich schon einige schöne Veranstaltungen erlebt. Ich verwende hier ganz bewusst das Wort Heim, da meine Mutter sich dort sehr wohl fühlt.

Zu dem Oktoberfest bin ich mit gemischten Gefühlen gegangen, da Schlager und Blasmusik nicht unbedingt zu meiner bevorzugten Musik gehören.

 

 

Die meisten anderen Anwesenden waren aber schier aus dem Häuschen.

Neben Patrick Lindner sorgten die  Daglfinger Musikanten für die tolle Stimmung.

Ich traute meinen Augen und Ohren nicht, so wurde mitgesungen, geschunkelt und geklatscht.

ICH WAR DOCH HIER IN EINEM ALTENHEIM UND NICHT AUF DER WIESN!

 

 

Zu eben diesem Seniorenzentrum hat Patrick Lindner eine besondere Verbindung. Lebte doch seine geliebte Mutter Hedwig bis zu ihrem Tod hier. Hier lief ich ihm auch häufiger über den Weg.  Und auch vorher schon hatte ich Berührungspunkte mit ihm.

Als es noch das Karstadt Möbelhaus auf der Theresienhöhe gab, bin ich ihm dort begegnet. Ein mir unbekannter junger Mann schenkte mir ein nettes Lächeln. Im Fernsehen erkannte ich ihn dann wieder und konnte auch den netten Kerl (O-Ton mein Mann) identifizieren. Mein Mann kannte ihn von der gemeinsamen Arbeitsstelle. Darauf angesprochen, taute er regelrecht auf und erzählte von der schönen Zeit dort.

 

Und dieser nette Kerl ist er geblieben. Mir ist er als Mensch ungemein sympathisch und sein Lächeln ist noch so echt wie damals.

Die Damen sind wieder zu Mädchen geworden und haben sich Autogramme geben lassen, die sie verzückt betrachteten.

Seine Mutter lebt nur noch in seinem Herzen, er Hätte keinen Grund mehr ins Seniorenheim zu kommen. Statt dessen gab er ohne gedrängt zu werden die Zusage für das nächste Jahr. Presse war nicht anwesend, er war ganz privat mit seinem Mann und Freunden da.

Es wäre schön, gäbe es mehr "Ehrenamtliche" wie ihn, die mit ihrem Können erfreuen und Leben in den Alltag der Senioren bringen.

Die Pflegekräfte und Betreuer können bei allem Engagement nicht alles leisten.

Meine Mutter ist durch ihre Demenz meistens ganz weit weg und kaum zu erreichen. Sie ist bei seiner Musik und der Stimmung wieder regelrecht aufgeblüht, zum Leben erwacht.

Von Herzen danke und Vergelt`s Gott dafür.

Hier zeige ich nur Bilder meiner Mutter, um die Privatsphäre anderer nicht zu verletzen.

Aber ich versichere, schon lange nicht mehr so fröhliche, entspannte Gesichter gesehen zu haben.

Lindner war zu Tränen gerührt, als man ihm als Dankeschön ein Foto auf Leinen von ihm und seiner Mutter schenkte.

Rührselig wie ich bin, habe auch ich die Tränen nicht zurück halten können.

Als der Hausmusiker Ansgar Krause mit seinem irischen Kollegen Colm ein selbst verfasstes Danke-Lied vortrug, gewann Patrick Lindner seine Fassung wieder.

Mit diesem Lied sprach Ansgar Krause wohl allen Anwesenden aus der Seele.

Und, heute schon DANKE gesagt?

Es wird viel zu selten gebraucht, dieses wichtige, so glücklich machende Wort.                               


Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Ansgar Krause (Samstag, 22 Oktober 2016 13:39)

    Danke für diesen feinfühligen Beitrag. Schön, dass Seniorenarbeit auch einmal offen betrachtet und positiv dargestellt wird. Das nimmt uns allen die Angst vor dem Alter. Herr Lindner hat unseren Senioren eine wunderschöne Erinnerung gegeben. Und Erinnerungen sind das höchste Gut unserer Senioren, die es mit Liebe und Wertschätzung zu pflegen gilt.

  • #2

    evaskaleidoskop (Sonntag, 23 Oktober 2016 00:15)

    Danke für die nette Rückmeldung, Herr Krause!
    Ich nehme es nicht selbstverständlich, dass mich "Fremde" bei meiner Mutter so unterstützen. Und Sie geben mit Ihrer selbstverständlichen Art und Ihrer Mundharmonika auf jeder Station so oft Freude! Vor allem wissen Sie genau, welche Lieder gefragt sind.
    Und auch für mich gibt es kaum Schöneres, als mitsingen zu können. In der Schule hat früher noch jeder Tag mit Singen begonnen. Das täte auch heute noch der Seele gut.