Der Kuchen zum 96sten Geburtstag

Ende gut, alles gut

Oder: Pleiten, Pech und Pannen

 

Meine Schwiegermutter hat von klein auf gerne Schokolade gegessen.

Dass ich ihr dann keinen Obstkuchen backe,  ist wohl selbstverständlich, zumal sie Obst nicht so gerne isst.

Mit ihren kulinarischen Vorlieben müsste sie normalerweise Vitaminmangel und Diabetes Typ 1, wahlweise Typ 2 haben, hat sie aber nicht.

Aber hier geht es um das Rezept und nicht die Laborwerte meiner Schwiegermutter.

 

Ich wollte mal wieder ein neues Rezept ausprobieren. Sollte kein Problem mit meiner Backerfahrung  sein, dachte ich. Aber ich war wohl nicht konzentriert genug. 

Beide Kuchen (2 x 18 cm) bildeten eine unerwünschte Kuppel aus. Das Durchschneiden ging aber zum Glück nahezu problemlos.

 

Als Krönung des Ganzen war eine Nuss-Nougat Sahne vorgesehen. Ich  hatte dann so etwas wie einen Blackout und gab die geforderte Menge Nuss-Nougat Creme gleich zur kalten Sahne dazu.

Zu meiner Entschuldigung kann ich auf das Rezept verweisen: Sahne mit Nuss-Nougat Creme steif schlagen.

UND SONST STAND DA NICHTS !

Wenn ich schon mal einem Rezept wortgetreu folge, geht es prompt schief.

Natürlich war das Ergebnis keine homogene Nougat Sahne, allenfalls eine misslungene Nougat Buttercreme.

Für eine leckere Ganache hatte ich zum Glück genügend Schokolade und Sahne im Haus.

 

Das abgeänderte Rezept

Zutaten

 Rührteig                                                                                                             Füllung

250 g     weiche Butter

200 g     Zucker

2 P.         Vanille/Vanillinzucker

4              Eier

350 g     Mehl

1 P.         Backpulver

1 Prise  Salz 

100 ml  Milch (eventuell etwas mehr)

1 EL       Instant Espresso oder Kaffeepulver

2 EL       Kakaopulver

100 g     Schokolade, Mokka oder Zartbitter

 

100 g   weiche Butter

100 g   Puderzucker

100 g   Nussnougat-Creme

100 g  Fruchtaufstrich oder

Marmelade (herbsäuerlich)

 

GANACHE

280 g     Bitterschokolade

200 ml  Sahne

 

DEKOR   Zutaten nach Belieben


Zubereitung

Teig

für eine große (26/28 cm) oder zwei kleine Backformen (16/18 cm)

Butter mit Zucker, Vanillezucker und Salz  mit einem Rührgerät schaumig rühren, dann einzeln die Eier einrühren.

Mehl mit Backpulver, Kakao und Espresso/Kaffeepulver mischen und sieben, dann abwechselnd mit der Milch unter die Ei-Buttermasse rühren.

Zum Schluss die zerkleinerte Schokolade unterheben.

Der Teig soll schwer reißend sein, also nicht am Rührgerät hängen bleiben (Milch zufügen) oder schnell herunter fallen (Mehl unterrühren).

Den Teig in die gefettete, mit Mehl bestäubte Backform(en) füllen, glatt streichen und bei 

180°  Ober/Unterhitze

160°  Umluft 35-45 Minuten backen.

In der Form etwas abkühlen lassen, dann auf ein Backgitter stürzen.

Nach dem Auskühlen zweimal waagerecht durchschneiden.

Die untere Lage entweder auf eine Tortenplatte oder einen Kuchenretter setzen, dünn mit Fruchtaufstrich bestreichen oder aprikotieren. Dann die Hälfte der Füllung auf dem Boden verteilen. Mit der zweiten Lage genau so verfahren und Lage drei aufsetzen.

Füllung

Weiche Butter mit dem Puderzucker verrühren, dann die  Nussnougat-Creme nach und nach unterrühren. Die Masse sollte glänzen. Wenn nicht, ist das kein Beinbruch, der Geschmack ändert sich dadurch nicht.

 

Ganache

Die Sahne in einem kleinen Topf aufkochen lassen, in der Zwischenzeit die Schokolade hacken. Die kochende Sahne über die Schokolade gießen und glatt und glänzend rühren.

Wer möchte, kann im Verhältnis 4 (Schoko) : 3 (Sahne) mehr machen und einfrieren.

Die Ganache sollte bei Zimmertemperatur mehrere Stunden abkühlen.

Weil ich es eilig hatte, habe sie im eiskalten Wasserbad gerührt bis man sie streichen konnte. 

Dann kam der fertige Kuchen noch für drei Stunden in den Kühlschrank.

Dekor

Die Torte hätte ich im Normalfall mit gehackten oder gehobelten Nüssen und Schokoröllchen verziert.  Aber Nüsse sind für viele ältere Herrschaften schlecht zu essen.

Aber da meine Schwiegermutter Margeriten sehr liebt, habe ich fertiges Fondant in Blumenformen gedrückt, Blätter und Stängel frei geformt und zum Teil mit Lebensmittelfarbe   angemalt.

Kleine essbare Blüten, Gold oder kandierte Blüten hätte ich mir ebenso gut vorstellen können.

 

Diese Torte ist ausgesprochen gehaltvoll, wir waren nach 1/8 der kleinen Variante schon gesättigt.  Nummer zwei wurde eingefroren.

Ach ja, sie hat der Schwiegermutter und der ganzen Familie gefallen und vor allem geschmeckt.

Und die Kuppel hätte ja auch so geplant sein können!

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