Blume des Jahres 2017

Klatschmohn

Für mich gibt es kaum etwas Schöneres, als wenn der Mohn aus den Feldern und brach-liegenden Flächen leuchtet.

Das ist der Inbegriff von Sommer  für mich.


Als Kind habe ich mich oft auf meinen Platz in ein Kornfeld neben unserem Haus geschlichen.

Stundenlang lag ich da, geschützt vom wogenden Getreide. Der leicht staubige typische Sommergeruch lag in der Luft, alle Geräusche waren weit weg.

Die Wolken bildeten ständig neue Gestalten aus, die Bienen summten und die Schwalben segelten über mir.

Und dann war da das Unkraut: Roter Mohn, Blaue Kornblume und weiß-gelbe Kamille. Ein Ärgernis für den Bauern, eine Freude für mich. Der Mohn tanzte bei jedem Windhauch über meinem Kopf.

Durch mein Maler-Elternhaus war ich vielleicht besonders für Schönheit und Farben sensibilisiert, aber die Sinne aller Kinder sind weit für die Natur und ihre Schönheit geöffnet.

Der Mohn ist in diesem Jahr endlich Blume des Jahres geworden. Sein Lebensraum wird immer kleiner, zum Glück lassen mittlerweile einige Bauern auch "Unkraut" im Feld.

Die Fotos zeigen ein Roggenfeld in Aufkirchen, ein Gerstenfeld bei Dorfen und eine Brachfläche (Kornblume mit Mohn) in München-Sendling.

 

Mohnblüten
Der Mohn im Roggen
Mohnblüte
Mohn und Gerste
Mohn im Gerstenfeld
Seidiger Mohn
Schönheit im Feld
Kornblume

Mohn im Getreidefeld
Klatschmohn im Feld

Mohn in der kunst

Kaum ein Maler, der Blumen und Felder gemalt hat, hat sich der Schönheit und Leuchtkraft des Mohns entziehen können.

Claude Monet ist der bekannteste Mohnmaler, 

Vincent van Gogh,  Emil Nolde,  Gustav Klimt,  Pierre Auguste Renoir,  Alphonse Mucha, 

Georgia O`Keeffe und  Odilon Redon fallen mir auf Anhieb ein.

Wobei ich Redon mit der Leuchtkraft seiner Pastellkreiden eindeutig bevorzuge, obwohl Mohn immer schön ist.

 

Von meinem Großvater besitze ich zwei kleine Ölbilder. Er war in der Spachteltechnik ein wahrer Meister. In dieser Art hat er viele kleine Blumenbilder zum Broterwerb produziert.

Die gingen buchstäblich auch weg wie geschnitten Brot, sein großer Charme und der kleine Preis (20 oder 25 DM, etwa 1965/70) taten ihr übriges.

Mohnbilder bei uns zu Hause

Bernhard Meier-Laatzen "Mohn"
Bernhard Meier-Laatzen "Mohn"

Mohn vo Angelika Brach

 

Das andere Mohnbild bei mir zu Hause ist von der Künstlerin Angelika Brach aus Puchheim. Hier schätze ich die für das Aquarell typische Leichtigkeit.

Ihre Bilder kann man nach wie vor kaufen, wenn man im PC ihren Namen eingibt, kommt man gleich auf ihre Homepage.

Vielleicht gefallen ihnen die Bilder so gut wie mir!?

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Kommentare: 2
  • #1

    dagmar (Samstag, 01 Juli 2017 21:59)

    ei ! vor allem das rechte bild von bernhard meier laatzen gefällt mir sehr !
    und auch das von angelika braach !
    wenn ich mohnbilder sehe fiel mir bisher gleich andreas felger ein. viele bilder, die er gemalt, mag ich besonders.
    und : das büchlein "wenn ich einst alt bin trage ich mohnrot" von elisabeth schlumpf - sehr empfehlenswert !
    ja, und Deine fotos ! wunderschön !

  • #2

    Eva (Samstag, 01 Juli 2017 23:45)

    Danke für den Kommentar und die weiteren Anregungen, Dagmar!
    Auch Noelle Chatelet hat ein Buch zum Thema Mohn geschrieben: "Die Klatschmohnfrau" über die junge Liebe eines alten Paares.
    Mein Rot wird die Farbe des Meeres, Türkis, bleiben!
    Es geht insgesamt über den Mut zu starken Farben und Mut zu Unkonventionellem im Alter, denke ich!
    In diesem Sinne
    Liebe Grüße
    Eva