König Ludwig ll: Roseninsel und Benediktbeuern

Auf den Spuren des "Märchenkönigs"

Die Roseninsel

Rose am Lebensbaum
Rose am Lebensbaum

Die  Italienfahrt sollte hier als Nächstes stehen. Aber manche Pläne werden zugunsten wichtigerer Sachen verschoben. In diesem Fall :

Die Rosen stehen in voller Blüte !!!

Aber wer weiß, wie lange noch in diesem vorgezogenen Sommer. Da es hauptsächlich einmal blühende Sorten sind, ist EILE geboten. Ich liebe Gärten und Rosen, also auf zur Roseninsel im Starnberger See. Warum war ich da noch nie? Das ist mir nun unverständlich.

1990 wurde sie von Bayern vom Wittelsbacher Ausgleichfond erworben. Das herunter gekommene Kleinod wurde Schritt für Schritt wieder renoviert. Seit nunmehr 13 Jahren ist es wieder für die Öffentlichkeit zugängig.

Alles Weitere kann man bei Interesse überall nachlesen.

Zehn Minuten vor Abfahrt standen wir mit etwa 40 weiteren Leuten am Steg. Keine Glocke, kein Boot. Pünktlich um 11.°° löste sich ein Boot vom gegen überliegenden Ufer. Der Fährmann kam mit Kasse, Kassentisch und Glocke!

Nachdem jeder seine Karte hatte, waren wir fünf Minuten später auf der Insel.

Vollkommene Ruhe, die Besucher schienen alle gleich ein paar Phon niedriger zu schalten.

Ludwig ll. flüchtete hierhin vor dem lärmenden München und schuf sich eine, für seine Verhältnisse, bäuerliche Idylle.

Mein Mann besorgte uns im Gärtnerhaus Karten für die Führung durch das Häuschen (Casino), ich hatte kostbare zwei Stunden zum schauen, staunen, geniessen und natürlich fotografieren.

Die Führung sollte man sich schon gönnen, da sie einen kleinen Überblick über das Leben des Königs auf der Insel gibt.

Mein Pflanzen-Liebling beim Rundgang wurde eine altehrwürdige, dunkle Thuja, von einer zarten, meterlangen Rambler-Rose umschmeichelt. Ein zauberhafter Kontrast!

Nun lasse ich die Bilder für sich sprechen, ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte. So gesehen, ist dieser Beitrag ein kleines Buch.

Gut, so ganz ohne kleine Erklärungen geht es dann doch nicht. Den Mittelpunkt des Gartens bildet eine, nach Plänen und gefundenen Resten, rekonstruierte weiß-blaue Glassäule. Ein Geschenk von dem preußischen König Friedrich Wilhelm lV. an Max ll.

Der herrliche Landschaftspark mit dem Rosarum wurde schon für Köng Ludwigs Vater vom berühmten preußischen Gartengestalter Lenné  gestaltet. Nicht überliefert sind die Rosensorten, allerdings wußte man von den Hochstammrosen.  Zur Verwendung kamen bei der Restaurierung nur alte Rosensorten von vor 1900.

Heute harmoniert duftige lilablaue Katzenminze wunderschön als Begleitpflanze zu den vielen Hochstammrosen.

Die Vergissmeinnicht auf dem Bild unten habe ich kaum sichtbar am Casino Eingang hinter einer Bank entdeckt. Ich nehme sie als Sinnbild für Ludwig ll., der mit seinen Schlössern und  seinem ungeklärten Tod, nicht nur in Bayern unvergessen ist.

Dieses kleine, feine Rosensträußchen sah ich im Gärtnerhäuschen, wo man die Tickets bekommt. Außerdem ist hier ein kleiner Laden und ein Mini-Museum untergebracht. Die Roseninsel zählt mit ihrem umgebenden Gewässer zum Unesco-Weltkulturerbe. Aber hier sind die jungsteinzeitlichen Überreste im Wasser vor der Insel besonders schützenswert, nicht Ludwigs Refugium.

Leider kenne ich nicht alle Namen der prächtigen Rosen, aber das ist für das Auge und die Sinne auch gänzlich  unwichtig.

Blicke vom großen Rosenpavillion auf den See, eine Ruhebank mit Sicht auf den See und die Margaritenwiese. ACHTUNG, überall liegt Kot der Kanadagänse - bloß nicht füttern!

Aber vielleicht sollte man für sich selbst eine Kleinigkeit mit nehmen. Leider gibt es kein Restaurant oder Cafè.

Ludwig war durchaus auch für Reize von Frauen empfänglich, das Wandgemälde mit den zwei Seenixen stammt allerdigs schon aus  der Zeit des Vaters.

Die drei Stunden vergingen wie im Flug, die Plätte brachte uns zurück in den gegenüber liegenden Lennè-Park. Noch ein sehnsuchtsvoller Blick zurück, aber ich komme bald wieder!

Wir sind dann zum Feldafinger Strandbad gegangen, um eine Kleinigkeit zu essen. Gutbürgerliche Küche, etwas besonders Köstliches und mein Tipp sind die Hollerkücherl!

Und gemächlich gehen und die vielen Libellen und Boote betrachten und die leuchtende Iris.

Unten der Link zu allen wichtigen Informationen zur Roseninsel, warum sollte ich es mir nicht ein wenig einfacher machen!

Benediktbeuern, Kloster und Ausstellung

Benediktbeuern mit Allee

 

Wenn man in Berg wohnt, kommt man auch als Nordlicht nicht um König Ludwig ll., seine Schlösser, sein exzentrisches Leben und vor allem um seinen geheimnisumwitterten Tod nicht herum. Auch heute noch schwirren die Gerüchte herum, Nachfahren erzählen von den ihnen überlieferten Geschehnissen. Auch ohne König gewesen zu sein, wäre Ludwig ein interessanter Zeitgenosse gewesen. Schon mit seiner Geburt ging es los. Sein Vater Max ll. war durch eine Syphiliserkrankung zeugungsunfähig. Wer war der Vater?

 

So sucht man automatisch nach neuen Informationen. Eine Ausstellung im Maierhof des Klosters Benediktbeuern lockte uns dort hin.

 

Schloss Berg – Ludwigs ll. „heimliche Residenz“

 

Der König und sein Paradies am Starnberger See

 

Die kleine, feine Ausstellung der Fachberatung Heimatpflege des Bezirks Oberbayern dauert noch bis zum 3.Juli. Der Eintritt ist frei.

 

Öffnungszeiten: Sonntags 11-17 Uhr, Dienstags 13-17 Uhr, Freitags 13-17 Uhr

 

 

Der Kurator der Ausstellung, Alfons Schweiggert hat 2017 ein umfangreiches (384 Seiten), interessantes, von Fakten geprägtes Buch herausgegeben. Titel siehe Mitte oben rechts. Es ist das Buch zur Ausstellung, bislang habe ich nur ein wenig darin geschmökert. Und tatsächlich habe ich schon etliches, mir Unbekanntes entdeckt. Die ausführliche Gliederung hat mich dazu verlockt, es nicht systematisch zu lesen.

Im Maierhof hat seit Jahrzehnten ein Umweltzentrum mit interessanten Veranstaltungen seinen Sitz. Wer Klostergärten schätzt, kommt hier auf seine Kosten ebenso wie Biergartenliebhaber. Dazu kommen die Basilika und der schöne alte Friedhof, um nur einiges zu nennen.

Ein schöner Anblick

Nach dem Besuch der Ausstellung lockte der schattige Klosterbräu Biergarten, da fiel mir die reizende Rückansicht der hübschen Kellnerin auf, die uns das Essen brachte. Brotzeiten und regionale, gute Küche - wir waren recht zufrieden.

Oh, wer um all die Rosen wüßte ...

Dass ich Gärten, Blumen und Pflanzen liebe, ist kaum Jemandem verborgen geblieben. Folgerichtig lockte der Klostergarten, mein Mann war rasch durch und setzte sich auf eine Bank. Ich studierte die Pflanzentafeln mit den dazugehörigen Gewächsen. Und fotografierte, fotografierte ... Die Tafel mit dem Gedicht steht übrigens in der Nähe des Eingangs.

 

Vor etwa 25 Jahren sind wir mit unseren kleinen Kindern, vier und sechs Jahre alt, mit dem Fahrrad von Berg aus am Ostufer des Starnberger Sees entlang durch das Moor zum Kloster gefahren. Noch heute sehe ich unsere Tochter eifrig und tapfer strampelnd auf ihrem 14 Zoll Radl vor mir.

 

Natürlich sind wir nicht am gleichen Tag zurück gefahren, sondern haben in der Jugendherberge übernachtet. Das ist immer noch möglich. Wer weder mit Auto noch Fahrrad anreisen möchte, der Benediktberer Bahnhof ist ganz in der Nähe.

 

 

Eine weiter zurück liegende Verbindung zu unserer Familie, dem König und dem Kloster gibt es auch noch. Ein Vorfahr meines Mannes diente 1825-1846 als Feldwebel im 1. Bayrischen Infanterieregiment. Als er fand, aus gesundheitlichen Gründen seinen Dienst nicht mehr versehen zu können, beantragt er Invalidenrente. Im Jahre 1869 bekommt er im Königlichen Invalidenhaus zu Benediktbeuern mit seiner Ehefrau ein Zimmer zugewiesen. Dort verlebte Ferdinand Böhm seine letzten 17 ! Jahre. Und starb am 13. Juni 1886 nur wenige Stunden vor dem tragischen Tod seines Königs, dem nicht einmal die Hälfte seiner Lebenszeit vergönnt war.

 

 

Benediktbeuern und Umgebung lohnt sich, davon abgesehen, immer. Zur Zeit blühen wohl immer noch ein paar letzte Iris und Orchideen in den sumpfigen Wiesen, das Wollgras schwebt wie eine weiße Wolke über dem Moor.

 

Kommentare
()
Einen neuen Kommentar hinzufügenEine neue Antwort hinzufügen
Ich stimme zu, dass meine Angaben gespeichert und verarbeitet werden dürfen gemäß der Datenschutzerklärung.*
Abbrechen
Antwort abschicken
Kommentar abschicken
Weitere laden