Côte d Azur, Cinque Terre & Sardinien Teil 1

Côte d'Azur, Cinque Terre & Sardinien

schweizer_bergsee_von_der_autobahn

An einem trüben Tag lockte der Prospekt eines Reiseunternehmens mit Sonne, Meer, schöner Landschaft und interessanten Städten. Eine perfekte Mischung schien es uns.

 

In aller Herrgottsfrühe (6.00 h!) starteten wir am 11.Mai in Fröttmaning vom Busbahnhof .

Bis zum Bodensee war uns alles sehr vertraut. Die Schweizer Strecke bis zum San Bernadino Tunnel führte an herrlichen Seen, schroffen Bergen mit Wasserfällen vorbei. Die Fotos sind, bis auf das letzte, aus dem Busfenster gemacht. Etwa alle zwei Stunden wurde eine Bedürfnispause (schöner Ausdruck vom Busfahrer) eingelegt.  Leider nur für körperliche Bedürfnisse.

Anfangs schön, wurde es immer grauer, bis es schließlich kräftig regnete. 

Nach einem dieser Stops fuhren wir gerade wieder auf die Autobahn, als wir dachten, wir seien in einem Film. Ein umgekippter Sprinter schlitterte, sich drehend, auf uns zu. Zum Glück stoppte er rechtzeitig und dem Fahrer ist wohl nichts Ernsthaftes passiert. Im Nu waren etliche Helfer da , wovon  einer auf das Auto kletterte, um den Fahrer  heraus zu ziehen.


Bella Italia

11.05.2018 

Es blieb grau. Aber egal, ich freute mich aufs Meer. Bis zum ersten Ziel, einem Hotel in San Bartolomeo al Mare, waren allerdings gefühlte 100 Tunnel zu durchleiden. Unser Zimmer im Hotel Mayola hat Mini-Balkon und seitlichen Meerblick. So konnte ich als erstes morgens einen Blick auf das Meer werfen und am Abend den Wellen lauschen.

Das Hotel selbst stammt aus den Zeiten der ersten großen Italien-Reisewelle, aber Retro ist ja angesagt. Das Abendessen (Menüwahl) war an allen Abenden gleichmäßig gut.

promenade_von_san_bartolomeo_al_mare

Vor dem Abendessen zog es uns erst mal auf die gepflegte Promenade, Meeresluft inhalieren und geniessen. Der Strand war noch abgesperrt, der Sand noch aufgehäuft, die Liegestühle zusammen gekettet, die nostalgischen Umkleide-Kabinen noch abgesperrt. Die Saison fängt erst Pfingsten richtig an.

Die Bildertafel  fand ich herrlich, Sprachprobleme sind so ausgeschlossen. Aber kein Nickerchen am Strand halten zu dürfen, ist schon sehr streng.  Könnte ich allerdings ganz locker einhalten, da ich ohnehin lieber am liebsten stundenlang am Meer entlang gehe.

Die Landschaft der Blumenriviera ist geprägt von den Ausläufern der Seealpen, der Name kommt von den großen Blumenfeldern. Leider werden sie zunehmend durch Gewächshäuser ersetzt, die die Gegend verunstalten.

dramatische_stimmung_am_strand_von_san_bartolomeo

San Remo

12.05.2018

Das Reiseunternehmen hatte zubuchbar Nizza und Monaco angeboten, mein Mann und ich wollten lieber einen Ruhetag einlegen. Allerdings sind wir spontan schon am Vormittag in den Bus nach San Remo eingestiegen. 2.50€ zahlt man dafür im Bus, 1,50€ im Tabacco. Für sage und schreibe ca 45 Kilometer.

Aber zurück zu San Remo, das hat einen wunderbaren Klang für mich. Italien war Sehnsuchtsland, italienische Schlager populär. Spaghetti, Pizza und Eis starteten ihren Siegeszug durch Deutschland. Spaghetti- und Kartoffelfresser wurden Freunde. Mir taten als Kind die zwei kleinen Italiener von Conny Froboess herzlich leid. Meine Mutter und meine Oma hörten Rudi Schurickes "Caprifischer", für mich war Adriano Celentanos "Una festa sui prati" der Inbegriff italienischen Lebensgefühls, und San Remo gehörte dazu.

brocante_in_san_remo

Es lohnt sich, den Bus nach San Remo zu nehmen und in aller Ruhe die Ortschaften auf dem Weg und die Ausblicke zu geniessen. Normalerweise nimmt man die Autobahn abseits vom Meer.

Zwischen San Remo und San Lorenzo ist die ehemalige Bahnstrecke zu einem breiten, bequemen Radweg ausgebaut und führt direkt am Meer entlang. Das hätte uns noch etwas besser gefallen.

Der Busbahnhof liegt sehr zentral, mangels Vorbereitung sind wir von dort einfach der Nase nach gegangen. Der Blick in die Altstadtgassen, auf prächtige Villen und Parks konnte uns lediglich einen groben Überblick verschaffen. Der Mangel an Zeit und Muße begleitete uns von nun an, dabei verlangen gerade die alten, mondänen Kurorte danach.

Im Winter war damals Hochsaison, das ganzjährig milde Klima lockte schon Ende des 19. Jahrhunderts Adel und Prominenz an. Die Großeltern meines Mannes waren 1951 in San Remo, im gleichen Jahr fand im Belle Époque Casino das erste Schlagerfestival statt. Das Casino stammt aus der Zeit des großen Aufschwungs wie andere gut erhaltene Jugendstil Gebäude auch.

Ich würde zum Beispiel gerne zum Blumenfestival SAN REMO IN FIORE im März zurück kommen.

hochzeitsschmuck_an_einer_kirche_in_san_remo

Vom Vortag noch müde, kürzten wir die Besichtigung stark ab. Die Provinzhauptstadt Imperia (auf den Fotos unten) wäre bei einem nächsten Mal auch im Besichtigungsprogramm.

blick_auf_imperia
blick_auf_imperia

Cannes

13.05.2018

Um 8 Uhr machten wir uns auf nach Cannes und anschließend stand Grasse, die französische Welthauptstadt des Parfums auf dem Programm.

In Cannes fand gerade das Filmfestival statt, die Stadt war also im Ausnahmezustand. In den Nachrichten sieht man allenfalls den roten Teppich und ein paar Stars.

Ankunft Cannes gegen 11 Uhr, Abfahrt wieder um 13 Uhr. Der Reiseleiter empfahl die Touristen- "Bümmelbahn", um in die höher gelegene Altstadt zu fahren. Zwei Stunden für Cannes - so langsam wurde uns klar: Diese Reise würde nicht unsere Lieblingsreise werden.

Essen musste auch noch reinpassen, wir rannten also durch die Gegend, um einiges gesehen zu haben und ein Lokal zu finden.

cannes_2018_im_regen

Über den Zeltdächern des Festivals thront die Altstadt, sie wäre sicher auch interessant gewesen.

Wir hatten das Festival mit den dicken Autos auf den Straßen, auffällig gewandeten, wichtig aussehenden Menschen, Werbe-Souvenirs in der Information, mehreren roten Teppichen und entdeckten dann tatsächlich eine Hollywood-Diva ganz weit entfernt. Jane Fonda präsentierte sich vor den Kameras und sah von weitem wesentlich jünger als ihre 80 Jahre aus.

Amüsant fand ich die Leitern der Fotografen gegenüber dem roten Teppich, sie hätten gestochen scharfe Fotos auch auf die Entfernung gemacht. Da komme ich mit meiner kleinen Kamera ohne großartige Objektive nicht mit.

Als es dann zu regnen anfing, saßen mein Mann und ich gemütlich im Trockenen und ließen uns einen Salat Niçoise schmecken. Nach den Würstchen im Bus stand uns nicht der Sinn.

Durch die regennasse Scheibe des Busses erhaschten wir im Vorbeifahren einen Blick auf den Strand und die Promenade.

der_strand_von_cannes

Grasse

13.05.2018

Durch den zunehmenden Regen fuhren wir ins benachbarte Frankreich, nach Grasse. Kurz vor der Stadt informierte uns der Reiseleiter, dass gestern schon eine Führung durch die Fragonard-Produktion stattgefunden habe. Und er setzte voraus, dass diejenigen auch kein Interesse  an einer Führung hatten, die nicht an diesem zusätzlichen Ausflug teilgenommen hatten. Oops, wir wollten aber und einige andere Mitfahrer auch. Widerwillig erklärte er sich dann bereit zu fragen und bei Fragonard zu halten. Natürlich gab es keine Führung mehr, wir durften lediglich einkaufen. Mein Mann und ich beschwerten uns, er hatte "Das Parfum" von Patrick Süskind im Kopf. Mich interessierten als passionierte Selbermacherin eher olfaktorische Einblicke. Als ich darauf beharrte und sagte, es stehe schwarz auf weiß für heute im Programm, raunzte er mich an. Nein, es stehe weiß auf blau und er könne nicht glauben, dass ich nach Italien führe und in Grasse dann die Führung wolle.

Eine Entschuldigung für den offensichtlichen Fehler von seiner Seite hätte eher die Wogen geglättet. So ein Verhalten geht auch gar nicht für einen Reiseleiter.

Die Führung durch Grasse hat er sich auch gespart, er erklärte uns kurz wie wir vom Busparkplatz in die Stadt kommen. Und dass die berühmte alljährliche "Expo Rose"  gerade statt findet.  Wir suchten uns unseren Weg durch die regennasse Stadt und dann später wieder zurück.

rosenausstellung_in_grasse2018

Im Bus noch berichtete der Reiseleiter von der besonderen Bedeutung der Familie Fragonard für die Stadt. Er verfügt über ein immenses Wissen, welches er leider nicht immer wohldosiert weiter zu geben wußte. Mal kam ein Schwall von Sätzen, dann wiederum längere Zeit nichts.

Hinter der berühmten Parfumerie, die wie es scheint, eine lange Geschichte hat steckte ursprünglich der Unternehmer Eugene Fuchs. Als er 1926 nach Grasse kam übernahm er eine alte Fabrik von 1782. Der Kunstliebhaber wählte den Namen des aus Grasse stammenden, berühmten Malers Jean-Honoré Fragonard als Firmennamen. Die Parfums gibt es nur im Direktverkauf zu kaufen, diese Idee war wirtschaftlich sehr erfolgreich. Das Fragonard-Museum
zeigt hauptsächlich die Collection Hélène et Jean-François Costa, der Inhaberfamilie der Parfumerie. Um die Verwirrung komplett zu machen, gibt es auch noch ein kleines Parfum Museum Fragonard.

Definitiv hat Fragonard das beste Marketing, vielleicht hat Fuchs bei der Wahl des Namens damals schon FRAgrance /fr. Duft einbezogen.

Der älteste der drei großen Parfumhersteller ist aber Galimard, seit 1747 in Familienbesitz. Galimard ist hier auch der Familienname. Der Gründer der dritten großen Parfumerie Molinard war 1849 Albert Sittler.

1989 wurde ein Internationales Parfum Museum eröffnet, das aus der privaten Sammlung von François Carnot heraus entstand. Es besteht aus mehreren Gebäuden und Gärten. Wir standen immerhin im Eingangsbereich. Man ahnt, auch hier fehlte die Zeit.

Um Grasse herum gibt es nach wie vor Blumenplantagen, allerdings wird inzwischen der Rohstoff auch z.B. aus Bulgarien bezogen.

Ja, auch Grasse ist fest für einen Urlaub eingeplant. Neben einem eigenen Parfum (kann man hier unter Anleitung komponieren) bei Galimard steht auch noch ein anderer Genuss auf der Wunschliste, die Chocolaterie Maison Duplanteur. Hier kann man alles vom Röstprozess bis zur Schokoladenherstellung verfolgen.

Nicht nur wir, auch die Aussteller der "Expo Rose" hätten gerne etwas freundlicheres Wetter gehabt. Es waren nur wenige Käufer unterwegs. Die Gassen waren auch sehr liebevoll mit Rosen und anderen Blumen geschmückt, aber unter dem Regenschirm ist der Blick beschränkt und fotografieren schwieriger.

Gegen Schluss unseres Aufenthaltes in Grasse zeigte sich freundlicherweise dann auch mal die Sonne.

Grand Prix de Monaco Historique 2018

Unser netter Busfahrer Harry steuerte dann einen Parkplatz an , von dem aus wir einen Blick auf das Fürstentum Monaco werfen konnten. Ein Autorennen mit historischen Rennwagen fand gerade statt. Vom Lärm her fühlte es sich trotz der Entfernung an wie in der ersten Reihe.

blick_auf_monaco

Sonne über der Var Ebene mit den Seealpen im Hintergrund

Das Foto stammt von der Rückfahrt, ein Viertel des Himmels war BLAU!


Santa Margherita

14.05.2018

Heute stand etwas ganz Besonderes an, von Santa Margherita sollten wir mit einem Boot die malerischen Dörfer der Cinque Terre anschauen und in Portofino an Land gehen.

Wie schon vorher starteten wir um 8 Uhr, das Foto ist um 8.30 Uhr aus dem Busfenster gemacht. Am Meer kann sich ungünstiges Wetter auch schnell wieder verziehen, weiß ich und hoffte es vor allen Dingen.

In einem Ort unweit vom Hafen Santa Margherita bekam der Reiseleiter die Nachricht, dass keine Boote fahren dürfen. Normalerweise hätten wir auch nicht an den Hafen fahren dürfen, aber das erreichte er dann doch nach langem Reden . 

Das Kind in mir war zutiefst enttäuscht, ich bin als Norddeutsche mit Leidenschaft und Vergnügen auf dem Wasser. Aber es war nicht zu ändern.

Es wäre auch ein Bus nach Portofino gegangen, aber ich wollte lieber nicht durch das malerische Dorf rasen. Wieder ein Projekt für später!

Es stürmte und goss und umgekehrt, zwischendrin gab es aber auch ein paar Aufhellungen für ein paar Fotos, teilweise im Schutz vom Regenschirm. 

Wir hatten Zeit genug für Muße und zum Essen, man sollte immer etwas Positives sehen!  Kostbare drei Stunden bis zur Weiterfahrt nach Monterosso. Aber ich hatte leider keine passende Kleidung für "Schietwetter" dabei.


Monterosso

Wage erinnere ich mich, dass uns der Bus nach Monterosso fuhr. Durch eine Unterführung trabten wir hinter dem Führer her zum Meer. DER REGEN HATTE AUFGEHÖRT!

Von der schönen breiten Promenade aus sahen wir überall Blau, Algen behauptete unser Reiseleiter. Das konnte ich so gar nicht glauben. Wir wurden ohnehin nach kurzer Erklärung zum Ort und der Zeit am Treffpunkt wieder alleine los geschickt. 

Als o nichts wie runter zum Meer, um der Sache auf den Grund zu gehen. Vollkommen unbekannte Tiere für mich. "Hi, are these jellyfish?", hörte ich auf einmal neben mir. Und "We are from Australia, where are you from? " Die Identifizierung als Quallen war absolut  einleuchtend.

"Ich denke auch", antwortete ich und "Munich, Bavaria, Germany".

Im Deutschen heißen sie Segelquallen, sind aber wohl Polypen. Sie sind etwa 2x4 cm klein mit einem durchsichtigen dreieckigen Segel . Dieses Segel treibt sie bei Stürmen ins Verderben an weit entfernte Strände. Mit jeder Welle werden weitere dieser wunderschönen Tiere angeschwemmt. Tausende sind zu niedrig angesetzt, es waren eher Millionen.

Dieses Phänomen tritt nicht selten mit starken Stürmen auf, nach eim paar Tagen und Sonne muss ein schier unerträglicher Gestank herrschen. Wenn man die Tierchen nicht vorher mit Schaufelbaggern, Kehrmaschinen oder Ahnlichem entfernt.

Bei dem Foto der einzelnen  Qualle sieht man oben das Segel, die Farbe ist eher lila. Ich denke , weil sie so langsam vertrocknet.

Wegen des spektakulären und gleichzeitig traurigen Massenauftritts der Segelquallen ist das Dorf in den Hintergrund getreten. Dabei sind Monterosso und Umgebung sind sehr malerisch, einen gemütlichen Wanderurlaub an dieser Küste könnte ich mir sehr gut vorstellen. Mit ausgedehnten Pausen am Meer!


Vernazza

Alle, die sonst mit einem Boot gefahren wären, drängten nun in die Züge. Bis Vernazza war es zum Glück nicht weit.

An die schreckliche Flutkatastrophe von 2011 wird man gleich am Eingang zum Städtchen erinnert. Bemerkenswert, was die Einwohner und Helfer geleistet haben. Man sieht nichts mehr von den Zerstörungen.

Durch die Aushöhlung zum Meer zu gehen ist anscheinend sehr beliebt, war heute aber verboten.

Es erwies sich als insgesamt zu gefährlich am Wasser und überall war abgesperrt.

Die Boote waren alle an Land in Sicherheit gebracht worden, zum Teil auch direkt auf den Platz am Hafen.

Die wunderbare gotische Kirche von Santa Margherita d`Antiochia hatte kaum Besucher. Statt von der beeindruckenden Kirche selbst habe ich Fotos aus den Fenstern gemacht.

Beim Mittagessen saßen mein Mann und ich mit einem Paar aus Litauen am Tisch. Angesichts der mehrtägigen, selbstverständlich hingenommenen Anreise mit dem Bus fühlten wir uns privilegiert. Unser 14 Meter langer Luxusbus hat überall Aufsehen erregt, unsere Anreise mit zwei Busfahrern war innerhalb eines knappen Tages erledigt. Goethes Italienreise mit der Kutsche war gewiss auch viel beschwerlicher. 

 Das Wetter stand auch in Vernazza im Mittelpunkt. Die Wellen brachen sich spektakulär an den Hafenanlagen. Unzählige Fotos wurden allein von den anbrandenden Wellen gemacht, die Spitzen waren 5-6 Meter hoch. Die Faszination des Wasserschauspiels hielt uns fest, so dass wir kaum anderes gesehen haben.


La Spezia im Sauseschritt

Noch einmal stiegen wir in den Zug, in La Spezia wartete der Bus auf uns. Im Eiltempo rannten wir durch die  sehenswerte Stadt mit den schönen Jugendstil Gebäuden zum Busparkplatz. Ich immer etwas zurück wegen der schönen Häuser.

Die Stadt erzählt mit den prächtigen Häusern von ihrer Blütezeit im Jugendstil. Oben links und in der Mitte erkennt man ziemliche Höhenunterschiede. Hier braucht oder bekommt man eine gute Kondition. Auch der großzügig angelegte Park rechts zeugt von Wohlstand.

Das Mädchen ergriff spontan die Gelegenheit beim Schopf, den Reiseleiter nachzuahmen. Der Mann zur Linken zeigte sich auch sehr amüsiert, wegen des Reiseleiters? Es war doch wohl eher das Mädchen.

Wegen der Persönlichkeitsrechte der Dargestellten habe ich die Gesichter unkenntlich gemacht, machen müssen.


Unterwegs nach Livorno und die Überfahrt nach Sardinien

Der Weg zum Hafen nach Livorno führte an diversen Sehenswürdigkeiten vorbei. Darunter in der Ferne Pisa mit dem schiefen Turm und Carrara mit dem Abbau für Marmor, der tiefe Wunden in der Landschaft hinterlässt. In Livorno wartete unsere Fähre der Grimaldi Linie. Nein, sie hat nichts mit dem monegassischen Fürstentum zu tun und die Ausstattung der Fähre erst recht nicht.

Die Mängel waren erst auf dem Schiff zu bemerken. In der Kabine angekommen, fiel uns der strenge Geruch im Bad auf. So störend, dass ich mich auf den langen Weg zur Rezeption machte. Es kamen relativ schnell zwei Angestellte vorbei. Der Eine versprühte aus zwei Spraydosen Chemie, der Andere sah ihm zu. Der Geruch war besser, dafür brannten meine Schleimhäute. Den Weg zur Rezeption kannte ich ja schon. Wir wechselten die Kabine, hier fehlte dann die Abdeckung der Klimaanlage. An der Rezeption kannten sie mich inzwischen. Das Problem war wohl auch bekannt. Der Elektriker zog die Abdeckung unter einem Bett hervor, stieg mit den Arbeitsschuhen auf einen  Polsterstuhl und drückte die Schrauben in die Schraubenlöcher. Wir beteten, dass das Provisorium über Nacht an der Decke bleiben würde. Als wir lagen, war uns das defekte Licht nur noch ein Schulterzucken wert.

Der starke Seegang rollte uns in den Schlaf, bis der Lautsprecher uns aus den Betten warf. Fünf Minuten später kontrollierte ein junger Mann durch Tür aufreißen, ob wir die Betten verlassen hatten. Ein schnelles Frühstück und wir waren bereit für Sardinien, eine Traumdestination und ein lange ersehntes Wunschziel von mir.

Davon im zweiten Teil in etwa zwei Wochen.

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