Côte d Azur, Cinque Terre & Sardinien, letzter Teil

 

Mein x-ter Versuch scheint zu funktionieren, hoffe ich. Vorher habe ich das System an den Rand des Zusammenbruchs gebracht mit dem Umfang der Texte und Fotos. Meine Geduld war fast am Ende. Auf jeden Fall kontrolliere ich noch ein paar Mal nach.

 


La Maddalena und Porto Cervo

panorama_la_maddalena

 

18.5.2018

Mehr Natur und weniger Kilometer versprach unser letzter Tag auf der Insel. Um 9 h saßen wir mit unseren gepackten Koffern im Bus. Das nur 14 Kilometer entfernte Hafenstädtchen Palau war unser erstes Ziel. Zu unser aller Überraschung einer der raren Fotostopps. Von einer Anhöhe bot sich ein grandioser Blick über den gesamten La Maddalena Archipel, von Palau aus konnte man die Boote fahren sehen.

 

 

Zunächst machten wir uns auf eine Panorama Tour über die Insel. Francesco erzählte einiges über die Insel(n), den G7 Gipfel, der hier statt finden sollte. Er wurde wegen des Erdbebens in Aquila dorthin verlegt und das große Geld und der Ruhm blieben so erst einmal aus.Vorher waren schon nicht viele Touristen wegen des militärischen Sperrgebietes auf der Insel.Der gesamte Archipel ist Naturschutzgebiet, entsprechend unberührt ist es hier. Hier hatten wir sogar zwei Fotostopps. Und auch hier hatten wir wieder ein wenig Pech, die Panoramastraße war zum Teil gesperrt. So fuhren wir den gleichen Weg zurück.

 

auf_la_maddalena

Zurück in La Maddalena-Stadt mussten wir wieder durch die schmalen Straßen. Ein Wunder, dass unser Busfahrer ohne eine Schramme durch kam. Die Insassen des Fiat 500 und Passanten bestaunten den Bus und Harrys Fahrkünste , wir unsererseits den legendären Quinquecento. Dieser hier strafte den alten Spruch Lügen: Fehler In Allen Teilen. Oder war alles ausgetauscht oder ersetzt worden?

Auch hier wieder Garibaldi, viele Jahre seines Lebens verbrachte er auf der Nachbarinsel Caprera. En Platz mit Säule ist ihm gewidmet und anders als bei vielen anderen Darstellungen ist er auf der Bank nicht als Held, sondern alter Mann mit Stock gesehen. Ein ganz normaler Sterblicher.

sardinien_la_maddalena
la_maddalena_bougainvillea

Lauschige Plätze, schöne Häuser, üppige Bougainvillean, reizende Gassen mit einem geschmack-vollen Sortiment an Souveniers laden zum Bummeln ein, den üblichen Ramsch habe ich nicht gesehen. Nette Restaurants, Bars und Cafès locken einzukehren. Wir haben hier unsere Mitbringsel gekauft, unter anderem handgemachtes inseltypisches Konfekt.

Blick zurück auf La Maddalena

Porto Cervo

blick_auf_porto_cervo

Was soll  man zu Porto Cervo sagen?!

Kleine Mädchen und Jungen bauen sich ihre Traumwelt mit Lego oder Sand, Millionäre wie der Aga Khan können sich echte Steine/Häuser leisten und ganze Dörfer nach ihrem Geschmack bauen. Mich hat es in der geschleckten, gleichförmigen Bauweise an Legohäuser oder Disneybauten erinnert. Das obere Foto ist aus dem fahrenden Bus entstanden und zeigt die schöne Lage.

Mein Mann und ich haben zu Fuß in 10 Minuten in das Zentrum gebraucht. Der Reiseleiter hatte wohl keine Lust, blieb am Parkplatz und schickte seine Schäfchen mit einer kleinen Bimmelbahn. Die fuhr durch die Wohngebiete und lieferte Infos über die die Bewohner der Prachtvillen.

Grelle Sonne und Hitze im Ortszentrum von Porto Cervo, bis auf geführte Reisegruppen war niemand zu sehen. Alle namhaften Designer haben einen Shop hier, allerdings hatten nur wenige schon geöffnet oder Schaufenster dekoriert. In ein bis zwei Monaten kann man an dieser Stelle die Prominenten, Schönen und die Reichen bestaunen.

Durch einen kleinen Park sind wir zum Meer gegangen. Einer der glattgeschliffenen Steine im Schatten diente uns als Sitzbank für unsere Mußezeit. Das Wasser dort ist kristallklar in allen nur denkbaren Türkis-, Grün- und Blautönen. Die Landschaft ähnelt der von La Maddalena, ist aber stärker besiedelt.

porto_cervo

Agriturismo Lu Brano

Unser letztes Abendessen dieser Reise. Der Riesenbus rumpelte mit uns über Feldwege zu unserem Gastgeber. Die Tische dort waren in einer schattigen Laube gedeckt. Die freundlichen Töchter trugen das Essen sofort auf. Es gab Wasser und pro Tisch zwei Krüge Wein, an ein Nudelgericht kann ich mich erinnern. Besonders willkommen fühlte ich mich nicht, zum Glück saßen wir dort mit unseren vertrauten Tischgenossen bei einem zusätzlichen, extra zu bezahlendem Krug Wein. Im Haus gab es den Wein und sonstige Produkte des Hofes zu kaufen.

 

Insgesamt ist der Aufenthalt für mich aber ziemlich blass geblieben, es gab keine Begrüßung oder gar eine kleine Führung. Der Reiseleiter sagte, dass wir uns selbst alles anschauen dürften. Wir sahen ein paar Ziegen, Hähne und Hühner. Die Hühner beglückten wir mit frischem Grün, das hat Freude gemacht und uns die Zeit vertrieben.


Einschiffung

sardinien_lotsenboot_und_blick_auf_olbia

 

Wenn es am schönsten ist, soll man gehen. Das haben wir gemacht, dabei wäre ich gerne noch geblieben. Die Rückreise begann für mich sehr schmerzhaft. Im Hafen von Olbia geht man als Fußgänger auf einem Zebrastreifen zur Fähre. Nichts Böses ahnend, schaute ich nach vorne und achtete nicht auf die Bodenbeschaffenheit, zumal wir im Gänsemarsch unterwegs waren. Ich trat ins Leere, ein Gulli oder Ähnliches (etwa 10 cm tiefer, etwa 80 cm ∅) brachte mich zu Fall. Ungünstig, sich abzufangen mit Taschen in beiden Händen.

 

An Bord bezogen wir unsere Kabine, dort funktionierte alles! In der Nasszelle allerdings war der Boden nass, hier wurde das Wort fehlinterpretiert. Der Toilettensitz nebst Deckel landeten nach sanfter Berührung auf dem Boden. Nein, dieses Mal bin ich nicht zur Rezeption.

 

Lieber standen wir an der Reling und schauten auf das sich entfernende sardische Ufer mit den bunten Lichtern, den Sternenhimmel und auf das vergleichsweise winzige Lotsenschiff.

 

Auf einen letzten Drink setzten wir uns zu unseren netten Tischnachbarn. Warnung der einen vor dem Sesselbezug, ich setzte mich auf die Kante. (Foto unten) Auch sonst lag einiges im Argen. Besser keinen Aperol Spritz, warnte die andere. Der junge Mann an der Bar tauchte seine Finger nebst Strohhalm in den Drink und füllte großzügigst mit Eiswürfeln auf. Von Geschmack oder appetitlich konnte keine Rede sein. Bier wurde zum Glück in der Flasche serviert!

 

Schön war in unserer Innenkabine das Gemälde mit dem Bullauge. Und ansonsten? Es fällt mir auf Anhieb nichts ein.

 

Der Sesselbezug ist leider das letzte Foto der Reise, da ich das Aufladekabel im Koffer hatte. Gründlich wie ich bin, auch das vom Handy

 

Heimfahrt

Müde und nach einem schnellen Frühstück saßen wir in unserem Bus und fuhren gen Genua! Unsere reizende Reiseleitung hatte unseren gutmütigen Busfahrer überredet, ihn dort hin zu fahren. Obwohl die ungeplante Stadtrundfahrt interessant war, bedeutete das einen gehörigen Umweg. Hinzu kam dann die Sperrung des San Bernadino Tunnels, so dass wir den Sankt Gotthard Tunnel nehmen mussten. Stau mit Blockabfertigung in beide Richtungen. Summa summarum waren wir vier Stunden später als geplant in München.

 


Fazit:

 

Nie wieder so eine Busreise!

 

Nie wieder "Grimaldi Lines".

 

 

Die Ziele der Reise waren durchwegs sehr reizvoll und schön. Das Wetter hätte besser sein können und auch der Reiseleiter seine Launen und sein Programm besser im Griff haben.

 

Das sind aber nicht die wirklichen Kritikpunkte, auch nicht der deutlich geschönte Hoch-glanzprospekt. 

 

Die Entfernungen waren fast immer zu groß. Das Programm so überfrachtet, dass sich Unmut und Erschöpfung bei den meisten Reisenden breit machten. 2-4 Tage mehr wären den schönen Zielen gerecht geworden. ein paar Fotostopps wünschenswert. So kam man sich eher vor wie ein asiatischer Tourist auf Europareise. Aussteigen, los rennen, Fotos machen, Bedürfnispausen und wieder einsteigen. Das Gleiche am folgenden Tag.

 

Das geht nicht gegen Bustouren im Allgemeinen. Es war unsere dritte Busreise, die anderen erwiesen sich als viel entspannter. Wir hatten mehr freie Zeit, und es hat grundsätzlich etwas für sich, anderen die Organisation und das Fahren zu überlassen.

 

Sardinien wird mich, wenn es mir möglich ist, schon im kommenden Mai wiedersehen. Mit meinem eigenen Tempo, die Schönheit zu genießen.

 


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