Dawanda und der Scherbenhaufen!

Dawanda und der Scherbenhaufen!

Was bedeutet das Aus von Dawanda
- eine kleine Bilanz nach einigen Monaten.

Dawanda hatte zuletzt etwa 70000 Verkäufer, nach der Kündigung wollten durchaus nicht alle zu Etsy gehen. Zu groß, zu unpersönlich und mit ungefähr 2 Millionen Verkäufern auch ebenso viele Mitbewerber. Außerdem auch nicht vollkommen rechtssicher für Deutschland.

 

Fest steht, durch das Ende von Dawanda wurden etliche Existenzen vernichtet. Der Scherbenhaufen hat größere Ausmaße, als sich so mancher vorstellen kann. Hinzu kommt, dass Dawanda nach wie vor Reklame für Etsy macht. Jedes Produktbild im Netz (z. B. auf Pinterest) von der abgewickelten Plattform leitet auf Etsy um. Auch wenn man einen bestimmten Shop sucht, landet man automatisch bei Etsy. Dabei ist es vollkommen egal, ob die Shops den Umzug mitgemacht haben.

So irren die Käufer durch das Netz auf der Suche nach ihren Lieblingsshops. Und landen doch immer nur bei Etsy.

Und auf den deutschen Alternativplattformen warten die Verkäufer auf  ihre Kunden.

Das Weihnachtsgeschäft spielt sich woanders ab und sie fragen sich, wo ihre Stammkunden geblieben sind.

Nach dem Motto "Never put all your eggs in one basket " melden sie sich bei mehreren Verkaufs-Plattformen an , um am Ende doch auch bei Etsy oder schlimmer noch bei Amazon handmade zu landen. Das kostet sehr viel Energie und viele geben auch ganz auf.

 

 

Die Alternativen kurz beleuchtet

Dohero

Dohero kenne ich nicht aus eigener Anschauung. Ich kann darüber nur aus dem Forum bei Palundu und allgemeine Infos aus dem Netz berichten.

Nach eigenen Angaben hat die Plattform 4.000 Verkäufer und über 650.000 Produkte. Die Plattform wurde aus einem großen DW Shop heraus entwickelt und ging mit ein paar Anlaufschwierigkeiten ins Netz.

8 % Provision werden bei Dohero erhoben, sonst fallen keine weiteren Kosten an.

Von DW hieß es, dass sie durch die massenhaften Abmahnungen durch den IDO-Verband ins Straucheln gerieten. Dohero ist Mitglied bei eben diesem Verband. Viele Händler betrachten das als Verrat.

Auch sonst scheint es so geordnet wie in einer Kaserne zu zu gehen, unliebsame Kommentare werden sofort gelöscht.

 

Palundu

Palundu wurde nach der Anküngigung von DW  regelrecht überrannt und in die Knie gezwungen. Die Importe von DW dauerten Ewigkeiten. Mit etwa 3.250  Verkäufern auf Platz zwei. Der Suche nach zu urteilen sind es etwa 94.000 Produkte aktuell.

Aktuell liegt der Mitgliedsbeitrag bei 60 € im Jahr ohne zusätzliche Kosten. Die Produktanzahl ist begrenzt auf 150, wobei man dazu buchen kann.

Dabei sind auch meine Schmuckstücke. Wie ich warten hier viele Verkäufer auf ihren ersten Verkauf und entsprechend hoch gehen auch die Diskussionen im Forum. Wird es dem Betreiber zu kritisch, wird auch hier gelöscht und sanktioniert.

Leider ist der Herr kein Profi und die Rechtschreibung lässt trotz der Möglichkeit zur automatischen Prüfung sehr zu wünschen übrig. Außerdem spielen persönliche Animositäten eine Rolle. Die Suche macht inzwischen Fortschritte, die Werbung ist nur auf Stricken und Häkeln ausgerichtet. Alle anderen stehen im Regen.

Den Käufer erwarten schöne, stimmungsvolle Fotos auf der Seite und eine Überfülle an Informationen und Lesestoff. Sehr gelungen ist die Verkäuferübersicht bei "Beliebte Shops".

Alles in allem eine etwas altbackene Darstellung der gesamten Plattform. Für Verkäufer wartet sie mit einem Belohnungs- und Bestrafungssystem wie in der Schule auf.

Insgesamt gefällt mir die Plattform trotz der Schwächen recht gut, was nicht zuletzt an der lebendigen engagierten Community liegt. Auf Dauer muss aber in vielen Punkten noch nachgebessert werden.

productswithlove

42.000 Produkte hat die Plattform zur Zeit zu bieten.  101 Premiumshops sind zu finden plus einer  nicht festzustellenden Zahl anderer, die die Möglichkeiten zur kostenlosen Nutzung  für bis zu 50 Produkte nutzen. Hier wird nur eine Provision  von 3 % erhoben.

Ein Premium-Shop kostet aktuell 25 € im halben Jahr, auch hier zahlt man die gleiche Provision. Allerdings kann man bis zu 100.000 Produkten einstellen.

Ich beobachte PWL seit der Eröffnung und muss sagen, dass die Plattform einen sehr sauberen, aufgeräumten Eindruck macht. Sehr übersichtlich mit einer guten Suchfunktion und ohne viele Fragen im Forum.  

Dafür stellt der Betreiber häufiger Informationen über Änderungen und Verbesserungen und neuerdings auch geplante Werbung in das Forum. Nach außen dringen keinerlei Querelen, das Forum ist nur für Verkäufer sichtbar.

Vor 6 Tagen habe ich hier die ersten Produkte eingestellt, was einmal begriffen, sehr einfach ist. Hier fehlt es auch immer noch an Kleinigkeiten und die Verkäufer warten noch auf den Ansturm. Aber ich hoffe auf eine starke Weiterentwicklung mit der entsprechenden  Professionalität und der neuen Heimat für Selbermacher!

Tahai gibt es auch noch und Emerando arbeitet immer noch im Hintergrund an dem perfekten Auftritt mit seinen Mitgliedern und macht nach wie vor Crowdfunding. Die anderen älteren Plattformen sind nie wirklich in das Licht der Öffentlichkeit geraten und dümpeln vor sich hin.

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