Unterwegs

Ausflüge, Städtereisen und Urlaub

Sonnenaufgang Chalkidiki

Die ausgedehnteren Reisen unternehme ich oft allein. Ohne Auto und Führerschein beschränke ich mich auf das, was zu Fuß zu machen ist. Oder auf Ausflugsangebote

vor Ort und den öffentlichen Nahverkehr. Abgesehen von einer längeren Familienpause mache ich es seit Jahrzehnten so. Autolos zu sein ist in dem Fall aber nur teilweise ein Nachteil, da ich so leichter Anknüpfungspunkte finde.

Außer mit meiner Kamera bin ich immer mit Wörterbuch und guter Landkarte ausgestattet.. Und mit einem Lächeln und einem Gruß in der Landessprache (nie perfekt) kommt der Kontakt zu Einheimischen von ganz allein. Der Rest wird mit Radebrechen (Landessprache, Deutsch, Englisch) und  lebhafter Gestik und Lachen bewältigt. So komme ich zu Insidertipps, Einladungungen oder ich durfte Früchte direkt vom Feld probieren.

Grundsätzlich esse ich einheimische Küche in kleineren Lokalitäten, wo auch die Bevölkerung isst. Und beim Nachkochen zuhause bin ich in Gedanken wieder ein wenig im Urlaub.

Amsterdam

Mehr als tulpen, Käse und grachten

Wiedersehen nach über vierzig Jahren

Dämmerung in Amsterdam

 

Martha und Ken, langjährige kalifornische Freunde von meinem Mann Harald und mir, wollten einmal wieder einen Urlaub in "Good old Europe" machen und wir haben uns auf ein Wiedersehen in Amsterdam verabredet.

Die Männer waren noch nie dort und Marthas und meine Erinnerungen waren nach vielen Jahren kaum noch vorhanden.

Die Lage des "Hampshire Eden" könnte kaum besser sein, das Frühstück (17,95 €)  lohnt sich nicht, eine Alternative ist das französische Frühstück im Cafe des Hotels für 9 € mit frischem Orangensaft.

Unser Zimmer war naja, aber wir wollten ja Amsterdam sehen.

Ein  erster Spaziergang zu viert am Abend entlang der Grachten und ein Abendessen war die perfekte Einstimmung.

 

Hausboot Idylle

Hausbootidyll in Amsterdam

Gartenglück auf dem Hausboot

Hausboot in Amsterdam

 

Die Stimmung und das Wesen einer Stadt erspüre ich durch laufen, laufen und genau: noch mal laufen.  Auf diese Art habe ich viel zu viele Fotos an jeder Ecke gemacht, aber immer noch besser als zu wenige.

Die Hauptstraße Dam,  die beiden großen Kaufhäuser haben wir uns ohne Begeisterung angesehen.

Überall das Gleiche und zu viel Luxus.

Da lobe ich mir doch die Seitenstraßen mit kleinen Läden, Cafes, Kneipen und Restaurants, zum Beispiel im In-Viertel Jordaan  oder auch De  Pijp.

Ein Muss ist eine Bootsfahrt durch die Kanäle, ohne diese Perspektive hat man Amsterdam nicht richtig erlebt.

Wir fuhren an einem Samstag Nachmittag in einem offenen Boot, es herrschte dichtes Gedränge und eine fröhliche, entspannte Stimmung auf den Kanälen. Feiernde Amsterdamer und staunende Touristen in Freud und Leid vereint ( immer wieder Regenschauer).

Ein Kleinod zum Ausspannen ist der Begijnhof; mitten im Trubel am Spuiplein. Das Fotografieren der hübschen alten Häuser ist nicht gestattet, um die Privatsphäre der Bewohnerinnen zu wahren. Hier leben schon länger keine frommen Beginen mehr, sondern ganz normale Frauen.

Im Vergleich zu anderen Großstädten wirkt das Leben hier entspannter,  Hupkonzerte scheinen trotz enger Straßen nicht an der Tagesordnung zu sein. Und die vielen Radler scheinen fast alle mit dem gleichen Tempo wie von unsichtbaren Fäden gezogen unterwegs zu sein.

 

Amsterdamer Impressionen

Der schwimmende Blumenmarkt in Amsterdam

Amsterdam, Blumenmarkt
Blumenmarkt Amsterdam, Sendel
Amsterdam Käsemuseum
Alles Käse
Blumenmarkt Amsterdam
Klompen- Holzschuhe

 

Der Blumenmarkt auf der Gracht "Singel" bietet einen guten Überblick über die holländischen  Blumen (-zwiebeln), diverse Souvenirs und ganz in der Nähe wird auch Käse in allen Größen und Varianten angeboten.

Mich haben die Holzschuhe gelockt, es läuft sich überraschend gut darin. Als Grundschulkind trug ich ganz ähnliche in unserem kleinen niedersächsischen Dorf Engelern.

An diesen Dingen kommt man in Amsterdam nicht vorbei, aber das gehört für Touristen dazu.

 

Museumsviertel

 

Unsere vier Tage Zeit waren definitiv zu wenig für eine Stadt, die optisch und kulturell so viel zu bieten hat. Museen liebe ich generell, aber ich bin dieses Mal nur im Diamantmuseum gewesen.

Eine Stunde sollte man einplanen für die sehenswerten Repliken, es gibt viele Erklärungen in Wort und Bild zu Abbau, Schliff, berühmten Diamanten und deren Geschichte .

Für 10,-€ Eintritt kann man sich in niederländisch und englisch üben, andere Sprachen werden nicht angeboten.

Gleich nebenan ist das Bols-Museum der bekannten Genever Marke, hier haben mich die Farben der Flaschen im Fenster fasziniert und in das Haus gelockt.

16,- € Eintritt hätte hier der Spaß inklusive eines Cocktails gekostet. In der Mittagshitze haben wir vorsichtshalber darauf verzichtet und uns mit Fotos begnügt. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, es soll insgesamt ein lohnendes, interessantes Museum sein.

 

 

Rings um den Museumplein sind die wichtigsten Museen und auch das neue Wahrzeichen Amster-dams, "I AMSTERDAM" angesiedelt.  Der 1999 umgestaltete Platz ist ein Treffpunkt für Amsterdamer und Touristen. Mit ausreichend Platz für Märkte und einer großen Wasserfläche, die im Winter zum Schlittschuhlaufen einlädt.

Und mitunter ist van Gogh  höchstselbst unterwegs und lässt sich für einen Obulus konterfeien.

Auf jeden Fall ist das wesentlich einträglicher als damals, wo er auf die Hilfe seines Bruders und anderer Gönner angewiesen war.

 


Rembrandt - Kunst und Kommerz

Rembrandt ist wie viele Künstler arm gestorben. Jahrelang war er ein angesagter Maler, doch dann war seine Art zu malen nicht mehr gefragt. Eine Zwangsversteigerung und statt seines prächtigen Hauses eine Mietwohnung waren die Folge.

Heute hat man nicht nur einen Platz nach ihm benannt - er muss für vieles als Werbeträger herhalten. Jetzt würde er Millionen scheffeln!

 

Rembrandtplein Amsterdam

 

Der Rembrandtplein in der Innenstadt, wo Rembrandt auf das lebhafte Treiben und die Figuren seiner Nachtwache schaut. Der Platz ist umgeben von Hotels und vielen Restaurants und  natürlich gibt es hier auch einen der berüchtigten Coffeeshops.

Die Preise in der Gegend sind extra für die vielen Touristen ringsum angehoben, da zahlt man auch schon mal zwei Euro für einen halben Liter Mineralwasser.

In den umliegenden Stadtvierteln, wie De Pijp beispielsweise, finden sich viele verschiedene Restaurants zu moderaten Preisen.

Zu Fuß ist man etwa 15  Minuten unterwegs.

 

Maler in der Westerkerk  Amsterdam

 

Ein Maler hat als Arbeitsplatz die Westerkerk gewählt.

Erhofft er sich Inspiration von den Geistern Rembrandts und der anderen hier bestatteten Maler?

 

In der Rozengracht (heute eine belebte Straße) lebte er die letzten Jahre in einem Mietshaus.

Dieses Haus wurde abgerissen. Es gibt nur noch eine Plakette am Haus Rozengracht 184.

Joordan war zu Rembrandts Zeiten ein Armen-viertel mit vielen jüdischen Bewohnern.

Heute ist es angesagt mit seinen schönen Häusern, netten Straßen, Restaurants und Cafes.

Das Rembrandt-Museum im rekonstruierten Wohnhaus mit original Räumen und Gegen-ständen aus seinem Besitz.

Dazu viele seiner Radierungen und Gemälde seiner Schüler und Zeitgenossen. 

Das Rijksmuseum beherbergt dagegen viele seiner berühmten Gemälde.

 

"Die Nachtwache"  auf einer Jalousie in der Albert Cuypstraat.

In der Westerkerk ist Rembrandt anonym begraben. Nur eine Gedenkplatte weist darauf hin, das Grab wurde trotz vieler Bemühungen bis heute nicht gefunden. Auch seine Geliebte Hendrickje Stoffels und sein Sohn Titus haben ihre Grabstätte hier.

Stühle stehen auf prächtigen und schlichten Grabplatten, die Besucher gehen darüber. 

Ein seltsames Gefühl für mich!


Auch für Tulpenzwiebeln muss Rembrandt im wahrsten Sinne des Wortes sein Gesicht hinhalten. Hier mit einem seiner Selbstportraits.

Der Vondelpark - die grüne Seele der Stadt

Reiher im Vondelpark

 

Vor über 40 Jahren, bin ich als Studentin mit meinen Freunden öfter mal ganz spontan nach Holland gefahren.

Nach Enschede,  wo unsere Partner-Hochschule war und natürlich auch nach Amsterdam.

Damals haben wir wie Hunderte andere junge Leute im Vondelpark übernachtet, das kam dem studentischen Budget sehr entgegen.

Unbekümmert und mit meinen Freunden um mich, hatte ich keine Angst. Heute wäre das anders mit der Angst und es ist schon lange nicht mehr erlaubt.

 

Amsterdam: Im Vondelpark

 

Dieser Park ist schon ganz besonders schön angelegt mit, wie sollte es in Amsterdam anders sein, viel Wasser und reicher Fauna und Flora.  Hier sind Reiher in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen, anders als in der Albert Cuypstraat. Verschiedene Libellen schweben über dem Wasser, eine mir unbekannte Entenart führt Ihren Nachwuchs aus. Die grünen Halsbandsittiche hört man nur, sie verstecken sich im dichten Grün.

Auf den gewundenen Wegen laufen Kinder, Radfahrer kurven herum, auf dem Rasen ertüchtigen sich etliche Sportler, die ersten Besucher sitzen schon am Vormittag in einem der Cafes oder Restaurants. Trotz der vielen Aktivitäten herrscht eine wunderbar ruhige Atmosphäre.

 

Auffliegender Reiher im Vondelpark
Enten im Vondelpark, Amsterdam
Gastronomie im Vondelpark

Albert Cuypstraat im Viertel "De Pijp"

Albert Cuyp war ein Malerkollege und Zeitgenosse von Rembrandt, 1620 geboren und nicht annähernd so bekannt. Er war Landschaftsmaler und fand erst im 18. Jahrhundert größere Anerkennung. Wie Rembrandt hat er eine wohlhabende Frau aus besseren Kreisen geheiratet und fand auf diese Weise auch gesellschaftlich Anerkennung.

Heute ist die Albert Cuypstraat wegen des größten Wochenmarktes der Niederlande, ja Europas bekannt. Er besteht seit über hundert Jahren und ist etwa einen Kilometer lang.

Wir waren leider erst nach Marktschluss (18 Uhr) da, was aber auf der anderen Seite hochinteressant war, wie man unten sehen kann.

 

Reiher in der Albert Cuypstraat in Amsterdam

 

Kaum zu fassen, was ich da sah! Neben Möwen und anderen Vögeln, die sich herum stritten, kam da auf einmal ein Reiher angeflogen und machte sich über Gemüse und wohl auch Fischreste her. Und noch einer und noch einer...

Die Fressgier und die Gewissheit, dass die Menschen ihnen nichts tun, lässt sie seelenruhig nach Futter suchen. Die grünen Halsbandsittiche haben wir leider nur gehört und fliegen sehen.

 

Reiher in Amsterdam
Reiher in Amsterdam

 

Auf dem ersten Foto unten ist die Albert Cuypstraat ohne Müll und Marktstände, also ist es Sonntag. Das ist der einzige Tag der Woche ohne Markttreiben.

Über dem Transparent sieht man den Engel vom Restaurant "Bazar", unserem Ziel für das heutige Abendessen. Gestern Abend war es brechend voll, wir hätten länger  auf einen Tisch warten müssen. So sind wir woanders hin gegangen und haben vorsichtshalber für den Sonntag reserviert.

Im Bazar, einer ehemaligen Kirche, bekommt man wunderbare arabische Küche in passendem Ambiente serviert mit aufmerksamer, freundlicher Bedienung.

Das Preis-Leistungsverhältnis ist sehr gut und vor allem schmeckt es auch.

 

Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben ein stilles Örtchen fotografiert und präsentiere hier aber nur den Vorraum. Obwohl der Toilettenraum auch sehr schön ist.

Aber nur bei den Damen, für die Herren hat man sich nicht so angestrengt!

 

Restaurant Bazar, Amsterdam
Bazar, Amsterdam

Reste jüdischen Lebens in der Nieuwe Keizersgracht

Nieuwe Keizersgracht in Amsterdam

Der Blick auf das Ufer der Nieuwe Keisersgracht.

Gedenkplaketten für jüdische Naziopfer in Amsterdam

 

Auf dem Weg hier hin und in der gesamten Stadt sind glänzende Stolpersteine mit eingravierten Namen im Pflaster vor den Häusern verlegt.

Hier hat es noch mal eine andere Dimension mit den einzelnen Namensplaketten für die deportierten Juden vom gegenüber liegenden Ufer der Gracht.

Jemand hat hier Rosen zum Zeichen des Gedenkens niedergelegt.

Wenn ich die Namen lese, treten die Toten an mich heran und Kinder und ihre Eltern, junge und alte Menschen tauchen vor meinem inneren Auge auf.

Im Haus Nummer 24 haben die Besitzer die einzige Überlebende ausfindig gemacht und nach erfolgter Renovierung nach Amsterdam eingeladen.

Betty van Essen-Kok kam 2009 aus Jerusalem, um die Gedenkplakette für ihre in Mauthausen und Auschwitz ermordete Familie zu enthüllen.

1942 war sie 17 Jahre alt und konnte im Gegensatz zu ihren Eltern und Brüdern untertauchen.

 

Anne Frank Denkmal in Amsterdam
Gedenkplakette für jüdische Naziopfer in Amsterdam
Gedenken an jüdische Naziopfer in Amsterdam

 Links: Anne Frank Denkmal vor der Westerkerk


Fietsen in Amsterdam

Amsterdamer Impression

 

Fiets heißt Fahrrad, Fietsen ist die Mehrzahl und fietsen heißt auch radeln. Bromfiets ist wunderbar lautmalerisch ein Mofa oder Moped.

Es gibt mehr Räder (881.000) als Einwohner (811.000). Etwa 100.000 werden jährlich gestohlen  und 25.000 landen in den Kanälen. Von denen sollen aber nur 8.000 heraus gefischt werden. Was ist mit den übrigen 17.000, frag ich mich da. Ich jedenfalls habe keins davon  im Wasser gesehen.

Fast 60% der Amsterdamer sind täglich auf insgesamt 400 km Radwegen unterwegs.

Und deswegen muss man auch auf die Radler aufpassen, die meisten sitzen entspannt und aufrecht auf ihren Rädern. Aber dann gibt es wie bei uns auch die Rambos.

Anfangs kam ich mir vor wie ein Landei in der großen Stadt, die Räder schienen von allen Seiten zu kommen, dazu noch Autos, Trambahnen und Fußgänger. Aber man gewöhnt sich an fast alles.

Die Fotos:   Ein Spezialfahrzeug "verwijdert", (entfernt) herrenlose Drahtesel, Fahrrad-Tiefgarage, Spassräder für Gruppen, ein Holzrad und Humor im Körbchen.

 

^  Yes we surely will  ^             Amsterdam!


Abendstimmung

Abendstimmung in Amsterdam

 

Soo niedlich, diese kleinen Fahrräder! Hätte ich vielleicht doch eines kaufen sollen?

Fahrrad en miniature

Malerische Grachten und Häuser

Giebel- und Fassadenschmuck im Zuckerbäckerstil

Prachtgiebel in Amsterdam
Giebel in Amsterdam

Puristisch ist das genaue Gegenteil von dem, wie sich die Giebel, Türen und Fassaden der liebevoll gepflegten alten Häuser präsentieren.

Viele haben als Fundament immer noch die alten Eichenpfähle, die Restaurierungen sind entsprechend aufwändig. Im Laufe der Jahrhunderte ist das Holz teilweise verrottet, die Häuser lehnen sich dadurch so manches Mal malerisch aneinander.

 

Amsterdamer Impressionen

Amsterdamer Gracht
Hausboote in Amsterdam vor Häuserreihe
Gracht in Amsterdam
Amsterdamer Häuserreihe

 

Jede Gracht mit ihren Häuserreihen ist unverwechselbar. Daran sind wahrscheinlich die Steuern schuld. Die Steuern wurden nach Fassadenbreite berechnet, also konnte man nicht mit breiten Häusern hervorstechen. So wurde das Wenige, was man präsentieren konnte, auf das Schönste ausgeschmückt

Auch die Türen und Tore zeigen sich individuell in ihrer Gestaltung.

 

Bunte Türen-Vielfalt in Amsterdam

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Ein Tag in Köpenick

 

Ich habe zwar keinen Koffer in Berlin, aber meine Tochter und meinen Bruder. Und darum muss ich immer wieder hin. Die touristischen Ziele sind abgegrast, aber Berlin ist groß. Dieses Mal lasse ich mich auf Liedertexte und etwas Kunst und Literatur ein.  Köpenick kommt mir in den Sinn, Zuckmayer, der Hauptmann  - der Rest ist mir unbekannt.  Grund genug, hin zu fahren.

 

Blick vom Luisenhain auf die Dahme, im Hintergrund links die Spree 

 

Dass Köpenick eine Wasserstadt ist, wusste ich auch noch. Außerdem, dass der berühmte Hauptmann aus Tilsit war.

Also habe ich mir die Tageskarte AB (aktuell 7,00 €) im Automaten besorgt und bequem mit EC Karte bezahlt, die teuerste Variante ABC kostet 7,60 €. Davon können wir in München nur träumen. Außerdem gibt es im Großraum Berlin keine Stammstreckenfalle, es finden sich immer Ausweichmöglichkeiten. Sehr angenehm!

Dafür ist unser Flughafen schneller fertig gewesen.

 

Hauptmann von Köpenick

 

Am Hauptbahnhof Köpenick fuhr ich mit der Tram nach Alt-Köpenick.

Und schon ist man mitten im Geschehen, beim Aussteigen kann der erste Weg zur Dahme mit der Anlegestelle für die Ausflugsboote führen. Oder zum Ort der vielleicht größten Posse in der deutschen Geschichte und Literatur. Sogar der Kaiser soll sich amüsiert haben!

Carl Zuckmayer hatte schon nach einem knappen Jahr ein kleines Vermögen mit seiner Komödie verdient, die sehr erfolgreich auf den Berliner Bühnen war.

 

Rathaus Köpenick

 

Natürlich führte mich der erste Weg zum Wasser, von einer Bank aus genoss ich eine Weile die Sonne und den Blick über die Dahme. Dann machte ich mich auf zum schönen Backstein-Rathaus mit der Ausstellung über den Schuster Wilhelm Voigt, alias Hauptmann von Köpenick.

Aus Bronze begrüßt er jeden Besucher am Eingang.

 

 

Die Touristeninformation ist nur ein paar Meter weiter am Schlossplatz, dort bekommt man eine praktische kleine Broschüre mit Informationen. Daran wollte ich mich in etwa halten. Mal sehen, was Köpenick außer dem Hauptmann sonst noch zu bieten hat.

 

Schloss Köpenick mit dem Park

 

Die Schlossinsel war schon vor etwa 3000 Jahren besiedelt, das jetzige Barockschloss wurde 1690 für den späteren König Friedrich l. in Preußen fertiggestellt. Nun ist  ein Museum darin unter-gebracht.

Mir war mehr nach einem Tag an der frischen Luft. Der schöne englische Landschaftspark  mit den alten Bäumen und den Blumenrabatten und Bänken hat nach einem kurzen inneren Kampf gegen das Kunstgewerbemuseum gewonnen.

 

Da fast jede Frau immer auf der Suche nach besonderen Geschenken für sich und andere ist, habe ich über die Brücke die Insel wieder verlassen. Ich bin schnurstracks zurück zum Schlossplatz gegangen, wo die sehr übersichtliche Fußgängerzone Alt-Köpenicks beginnt . 

Auf der Ecke zur Grünstraße habe ich gleich einen kleinen, gut sortierten Stoffladen entdeckt. Bunte Fetzen bietet neben Stoffen und Zubehör auch eine Nähschule. Im Stoffläden finde ich eigentlich immer etwas, was ich dringend brauche. Nur gehen mir die Lagerkapazitäten aus und mir fehlt im Moment auch die Zeit.

Zu meinem Trost fand ich eine Minute später fuss.kleid, einen schönen kleinen Schuh-laden, der seinen Kunden den roten Teppich ausrollt. Die Inhaberin Katrin Starke steht nicht den ganzen Tag mit breitem Lachen am Eingang, um Kunden in den Laden zu zerren. Sie ist im Gegenteil sehr unaufdringlich und aufmerksam in der Beratung. Sie trägt ihre ausgefallenen, bunten Schuhe natürlich auch selbst. Für weniger Wagemutige hat sie auch gedeckte Farben.

Nach einem netten Plausch habe ich sie um ein Foto für meinen Blog gebeten.

 

So klein die Grünstraße ist, es gibt doch ein attraktives Angebot. Von der Chocolaterie habe ich besser nur ein Foto gemacht.

Und das Shabby Rose war leider an dem Tag geschlossen. Dabei hätte ich hätte so gerne gestöbert. Es gibt zwar auch einen Online.Shop, aber ich kaufe lieber in echten Läden.

 

Fischerkietz Köpenick

 

Mein besonderer Tipp ist das Dorfidyll des Fischerkietz, einer Ansiedlung, die auf das 14. Jahrhundert zurück geht. Die beiden Straßen Kietz (Fotos)  und Gartenstraße stehen zu Recht unter Denkmalschutz mit ihren  ehemaligen Fischerhütten.

In ihnen wohnten früher die Schlossbediensteten und Leibeigenen.

Die jetzigen Bewohner der "Puppenhäuser" haben immer noch einen Wasserzugang.

 

 

Fischrelief an einer Hauswand im Fischerkietz

 

Durch die Breite Gasse (Seitenstraße von Kietz)   sieht man im Hintergrund das Wasser des Frauentog schimmern. Netterweise steht dort eine Bank, von der man einen Blick auf das Schloss und Teile der Altstadt hat.

Der Name Frauentog (Tog=Zug) geht auf die Geschichte eines erfolgreichen Frauenfischzugs nach dem 30-jährigen Krieg zurück, die an dieser Stelle erfolgreich ihre Netze auswarfen. Die Hungersnot nach dem 30-jährigen Krieg war groß und ihre Männer hatten zuvor kein Glück in der Spree.

 

Blick vom Fischerkietz auf den Frauentog

Frauentog Köpenick

 

Am frühen Nachmittag aß ich in einem Bistro einen Gemüsekuchen. Den Namen verschweige ich, da das Essen lediglich satt gemacht hat. Leider war Zur alten Laterne noch  geschlossen, wo mich schon der Blick auf die Speisekarte erheitert hat.

 

 

Am alten Markt steht das Haus mit Gedenktafel für Henriette Lustig, der ersten Lohnwäscherin Köpenicks.

 

 

In einem anderen alten Waschhaus ganz in der Nähe hat sich ein bayrisches Wirtshaus mit Biergarten angesiedelt. Nun weiß ich endlich genau, wie weit es nach Hause ist. Ist die Dachterrasse in München? Hier fehlt kaum etwas zum bayrischen Klischee.

 

 

Ganz in der Nähe, wobei hier alles ganz in der Nähe ist, entdecke ich etwas versteckt einen reizenden Winkel mit einer schönen Litfaßsäule. Als ich neugierig näher trat und durch die geöffnete Türe neben der Litfaßsäule schaute, erzählte mir eine junge Frau, dass hier Zilles Stubentheater seinen neuen Spielplatz hat. Ich durfte trotz der Arbeiten schon einmal rein schauen und bekam eine Einladung in die Hand gedrückt. Die gilt auch für meine Leser, die Interesse an Zille und Altberliner Traditionen haben.

 

Eröffnungsfeier am Sonntag, den 16. Oktober 2016 in der Jägerstraße 4,

Nähe Schüßlerplatz von 11-17 Uhr

Ihre Aufwartung machen:

berühmte Berliner Originale

der Bürgermeister von Köpenick

viele Künstler mit Programm,

beim Urenkel von Zille wurde angefragt

 

Der Initiator ist der Heinrich Zille-Darsteller Albrecht Hoffmann, und er verspricht auch noch einige Überraschungen.

 

 

Das neue Zilles Stubentheater in der Jägerstraße 4

Darsteller Albrecht Hoffmann und Heinrich Zilles Urenkel Hein-Jörg Preetz-Zille

 

 

Letzte Arbeiten im Stubentheater

 

Eine schöne alte Schwengelpumpe am Schüßlerplatz, wie man sie immer wieder mal in Berlin sehen kann. Nach energischen Anpumpen funktioniert sie einwandfrei.

 

Alte Wasserpumpe Köpenick

 

Mein nächster Punkt auf meinem Spaziergang durch die Altstadt war der Katzengrabensteg, die Straße Katzengraben war im 18.Jahrhundert ein Entwässerungsgraben, der später zugeschüttet wurde. Von der Entwässerung ist bis heute die Baumgarteninsel geblieben, die aus dem ausgehobenen Erdreich entstand, erst den Wäscherinnen als Bleichwiese diente und nun eine Kleingartenanlage ist.

 

Blick vom Katzengrabensteg, rechts im Bild die Baumgarteninsel

 

Katzengrabensteg                                                                Baumgarteninsel

 

Nun nur noch Freiheit, ein wunderbarer Name für eine Straße. Eine Tafel ließ mich wissen, dass hier einst die Hugenotten Zuflucht fanden. Die Straße wurde im 18.Jahrhundert eigens für sie errichtet. Hier wohnten sie und stellten Textilien her.

Meine eigenen hugenottischen Vorfahren fanden dagegen in Ostpreußen eine neue Heimat.

 

 

Ein letzter Blick zurück  auf die Altstadt von Köpenick auf dem Rückweg zum Bahnhof.

Köpenick
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Blaue Stunde

Abendfrieden in Starnberg

Srarnberg: Blick von der Seepromenade in Richtung Südosten

Schiffsanlegestelle in Starnberg

Abends sitze ich gerne am See und genieße den Blick über das Wasser.

Die Tagestouristen sind wieder zu Hause und etwas abseits der Promenade ist es ruhig.

Wie geschaffen, sich zu entspannen und die Seele baumeln zu lassen.

Der letzte Dampfer                                                              Blick auf das Ostufer

Östliche Seepomenade                                                                    mit kleinem Pavillon

Blick von Starnberg auf das Ostufer und die Berge

Blick über den ruhigen See Richtung Süden

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Heute war Sommer

Starnberger See - Ambach

Tafel vor dem ehemaligen Wohnhaus von Waldemar Bonsels

Es ist einer dieser seltenen herrlichen Sommertage in diesem Jahr. Angenehm warm, sonnig und kein Gewitter in Sicht.

Perfekt um beim "Huber" am See im Biergarten zu sitzen, eine spritzige Schorle zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen.

Und wie immer spazieren wir  den Seeuferweg entlang, um das ehemalige Wohnhaus von Biene Maja - Autor Waldemar Bonsels zu besuchen. 

Das Ungarische Hochzeitstor ist immer wieder schön.

Nach rechts geht unser Blick von der Straße über die Zäune auf den See, wann immer sich eine Lücke zeigt. Privatbesitz heißt es auf den Schildern am Zaun.

Wir gönnen den Besitzern ihre Seegrundstücke mit Hütte und Boot davor - für uns hätten wir allerdings auch nichts dagegen.

Die liebevolle Umarmung war dem Baum wohl auf Dauer zu viel

Das Ungarische Tor                          Hausschmuck in blau

mit den Herzausschnitten im Mittelteil

Ungarisches Hochzeitstor in Ambach

Impressionen Blick auf den Starnberger See von Ambach aus

"Zum Fischmeister" Dienstag Ruhetag                          Landleben

                       Die Kirche von Holzhausen mit den Resten der 1000-jährigen Linde

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